„Mein Streit mit Hirsch Rasejner. Paris 1948“ – Chaim Grade

Susanne Klingenstein und Oswald Burger - Lesung und Gespräch
Termin
Mo. 12.10.2026, 19:30 Uhr
Im August 1948 begegnen sich zwei Jugendfreunde zufällig in der Pariser Metro. In den 1930er Jahren studierten sie zusammen auf einer Jeschiwa in Bialystok. Der eine verließ die Jeschiwa, um Schriftsteller zu werden, der andere blieb. Beide überlebten den Krieg gegen die Juden unter entsetzlichen Umständen.
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Beschreibung

Quelle: suhrkamp

In Paris sind sie vor die Frage des Weiterlebens, vor das »Danach« gestellt. Nach 70 bis 85 Millionen Toten, dem Grauen, das Menschen Menschen angetan haben, und der weitgehenden Zerstörung ihrer, unserer Welt. »Danach« scheint radikales Umdenken zu fordern. Der Schriftsteller kann nicht fassen, dass Hirsch nach der Ermordung von sechs Millionen Juden, darunter eine Million Kinder, noch fester an Gott glaubt, ja sogar eine Jeschiwa leitet. Hirsch hingegen kann nicht begreifen, dass Chaim, der Schriftsteller, noch immer an die Menschheit glaubt. Ein Dialog entspinnt sich, hart, werbend, bewegend, unerbittlich. Der Dialog hat für unsere Gegenwart nichts an Aktualität verloren.

 

Chaim Grade, geboren 1910 in Wilna, gilt als einer der führenden jiddischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1941, mit der deutschen Besetzung von Wilna, floh er in die Sowjetunion, seine Frau und seine Mutter wurden umgebracht. 1946 ging Grade nach Paris und veröffentlichte mehrere Gedichtbände in jiddischer Sprache. 1948 emigrierte er in die USA. Er starb 1982.

 

Kooperation:

Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen

    und KZ Aufkirch in Überlingen e.V.

FORUM ALLMENDE FÜR LITERATUR

Leitung:

Susanne Klingenstein, Literaturwissenschftlerin

Oswald Burger, Historiker und Autor

Preisinformationen:

kostenfrei, Spenden erbeten

Anmeldung keine

Veranstaltungsort
Pfarrhaus am See
Grabenstr. 2
88662 Überlingen
Veranstalter
Evangelische Erwachsenenbildung Bodensee
Grabenstr. 2
88662 Überlingen
Telefon: 07551 9537 32